| Auf den Spuren moderner Kunst in
Graz begleitet uns die Grazer Künstlerin Erika Thümmel und führt uns zu
einer Reihe bekannter, aber auch zu vielen unbekannten Kunstwerken im öffentlichen
Raum. |
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Moderne Kunst – ein Skandal!
Heinrich Heine soll sich einst geweigert
haben, seine Gedichte in Zeitungen abdrucken zu lassen, da er befürchtete,
die Marktfrauen könnten diese zum Einwickeln von Fisch verwenden. Künstler
und Künstlerinnen, die im öffentlichen Grazer Raum ihre Werke präsentieren,
müssen mit Schlimmerem rechnen.
Die Werke werden trotz Zusagen
nicht umgesetzt wie etwa „Die Gänse vom Feliferhof“ von Jochen Gerz oder
„Der Sieger“ - Denkmal für Norbertine Bresslern-Roth von Erika Thümmel
(Hauptbrücke), sie werden nach einem elektronischen Defekt nicht wieder
in Gang genommen - „Zwischenzeit“ von Wolfgang Temmel (die Uhr an der Landesturnhalle)
und „Ehrenring“, das zweiteilige Denkmal für Oktavia Rollet von Barbara
Baur (Paulustor und Harrachgasse).
Oder sie verrotten, wie jene Skulpturen
mit Millionenwert von Franz West, Lois
Weinberger, Manfred Wakolbinger,
Erwin Wurm, Ingeborg Strobl, Tom Carr, Gustav Troger, Tony Long u.a. im
Park rund um das ORF-Landesstudio in St. Peter.
Mehrere Skulpturen sind bereits
demoliert, die Präsentationstafeln fehlen und einige Arbeiten sind im Unterholz
verschwunden und kaum noch auffindbar.
In Summe ist dies für eine angehende
Kulturhauptstadt wahrlich kein Aushängeschild. Unbegreiflich ist dieser
Zustand auch deshalb, da es bereits fertige Ideen zur Präsentation moderner
Kunst in Graz gegeben hat, die auch die seit Jahren unbefriedigende Situation
in St. Peter zum Thema hatten. Diese gingen von einer Erweiterung und Neuordnung
des Bestandes des Skulpturenparks und der Nutzung des „Jugend am Werk“-Hauses
als Kunsthaus beim Park aus und hatten zudem einen Architektur- und Kunstführer
(ausfinanziert bis auf den Betrag der Stadt Graz) zum Ziel. Geschehen ist
leider bis heute nichts – und 2003 rückt näher.
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Hier finden sich Werken international
bedeutsamer Künstler und Künstlerinnen: „Brunnenwerk“ von Serge Spitzer,
„Lichtschwert“ von Hartmut Skerbisch, Jannis Kounnelis Arbeiten im Resowi-Gebäude
und „soax lup“ von Bruno Gironcoli; (1.Reihe). Im Skulpturen Park beim
ORF-Landesstudio finden sich u.a. die Arbeiten von: Peter Sandbichler,
Othmar Krenn, Michael Kienzer, Louis Weinberger (2. Reihe), Tom Carr, Sabina
Hörtner und Fritz Hartlauer. Denkmäler von Künstlerinnen für Frauen
wurden/werden in der Innenstadt gesetzt: „Das Notruf-Mahnmal“ von
Veronika Dreier (3. Reihe), der „Ehrenring“ von Barbara Baur und das noch
ausständige Werk „Der Sieger“ von Erika Thümmel (Fotomontage). Hier finden
sich auch Mahnmale zur Zeitgeschichte: „Mahnmal 1934“ von Gerhard Moswitzer
und das „Befreiungsdenkmal“ von Wolfgang Skala (4. Reihe).
Fotos von Heimo Halbrainer. |