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Fast 60 Jahre nach Ende des nationalsozialistischen Regimes ist der Antisemitismus im Bewusstsein der Menschen keineswegs überwunden. Jährliche Umfragen zeigen, dass nach wie vor eine beträchtliche Anzahl von ÖsterreicherInnen ein "schwieriges" Verhältnis zu Juden hat. Die dabei artikulierten stereotypen "Judenbilder" basieren zumeist nicht auf realen Erfahrungen, sondern gehen auf Jahrhunderte lang tradierte Fremd- und Feindbilder zurück.
  
Judenfeindlichkeit in der christlichen Tradition
Von Beginn ihrer Entstehung an bis zumindest in die 30er-Jahre des 20. Jh. betrieben Vertreter der katholischen (christlichen) Kirche systematisch die Ausgrenzung der Juden aus der christlichen Umwelt. Ohne diese religiös motivierte Judenfeindschaft, ohne die daraus entstandene Wahrnehmung der Juden als besondere - fremde und feindliche - Gruppe, ist der moderne Antisemitismus nicht denkbar.
Termin: Mittwoch, 23. Oktober 2002, 19.00 Uhr
Referent: Mag. Heiko Heinisch (Historiker, Ludwig Boltzmann-Institut für Historische Sozialwissenschaft, Wien)
Ort: Grazer Synagoge, David-Herzog-Platz 1


Nähere Informationen unter:
e-mail: clio@gewi.kfunigraz.ac.at , tel. 0676/ 64 85 414


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